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Mindestlohn-Tour 2007
ARM TROTZ ARBEIT
Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

  • 6,00 Euro
  • 7,50 Euro
  • 9,00 Euro
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Politik

 
Mittwoch 31. August 2011

CDU diskutiert auf Parteitag über den Mindestlohn

Der Arbeitnehmerflügel (CDA) der CDU hat sich in einem Antrag zum nächsten CDU-Parteitag, der im November in Leipzig stattfindet, für einen gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen. Damit wird der Mindestlohn ein Thema auf dem Parteitag. Noch hat allerdings die Antragsberatungskommission nicht getagt. Somit liegt derzeit kein offizielles Votum der Parteispitze vor. Bisher hat die CDU den gesetzlichen Mindestlohn abgelehnt, für den sich ver.di seit Jahren einsetzt. Allerdings waren in der letzten Zeit immer wieder Stimmen, auch vom Wirtschaftsflügel der CDU, zu hören, die sich für eine alsbaldige Lösung aussprachen.

Der CDA-Vorschlag sieht eine Lohnuntergrenze auf der Basis der Zeitarbeitsbranche vor. Dort gibt es folgende Regelungen: Mindestlohn 6,89 Euro im Osten und 7,79 Euro im Westen. Die CDA will die Höhe nicht von einer unabhängigen Kommission erarbeiten lassen, wie die Gewerkschaften vorschlagen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft orientiert sich dabei an den Mindestlohnregelungen in Großbritannien. Dort wird die Lohnentwicklung von einer unabhängigen Kommission, die sich zu je einem Drittel aus Vertretern von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und der Wissenschaft zusammensetzt, beobachtet. Auf der Grundlage diese Studien schlägt dann die Kommission die neue Höhe des Mindestlohnes vor. Nach diesem Modell würde in Deutschland das Bundesarbeitsministerium auf Vorschlag der unabhängigen Kommission den gesetzlichen Mindestlohn festsetzen.

Dass es in der CDU Handlungsbedarf beim gesetzlichen Mindestlohn gibt, zeigt auch ein Antrag zum Landesparteitag der CDU in Rheinland-Pfalz. Dort fordert der CDU-Kreisverband Trier einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Damit liegen die Trierer mit ihrer Forderung wesentlich höher als die CDA.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Mittwoch 31. August 2011

Bundesregierung geht vorerst nicht gegen Werkverträge vor

Heute im Bundestag meldet:

„Die Bundesregierung hat nicht vor, das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) zu ändern, um gegen Werkverträge in Unternehmen vorzugehen. In ihrer Antwort (17/6714) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/6605) betont sie, dass allein die Auslagerung von bislang im Betrieb ausgeführten Tätigkeiten nicht verboten sei. Außerdem lägen ihr keine Informationen über eine weit verbreitete, missbräuchliche Nutzung von Werkverträgen zur Umgehung von tariflichen oder arbeitsrechtlichen Standards vor, so dass sich in dieser Hinsicht derzeit kein Handlungsbedarf ergebe.“

Da macht die Bundesregierung ein wenig die Augen zu.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Dienstag 9. August 2011

Kramp-Karrenbauer für Mindestlohn-Debatte

Na, da wird die baldige saarländische Ministerpräsidentin aber ein paar böse Blicke von ihrer Parteivorsitzenden bekommen.

Denn dapd meldet am 8. August 2011:

„Die designierte saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat von ihrer Partei eine offene Debatte über Mindestlöhne gefordert. Angesichts vieler Menschen, die trotz Vollzeittätigkeit ihr geringes Gehalt mit Hartz IV aufstocken müssten, müsse die CDU über das Thema reden, sagte sie der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘.“

Damit steht sie besser da, als Eva Rindfleisch von der Konrad Adenauer Stiftung, die im August einen Artikel veröffentlicht hat unter der Überschrift: „Der Mindestlohn - Zwischen Teufelszeug und Heilsbringer“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Donnerstag 28. Juli 2011

Starnberg hat den höchsten Versorgungsgrad an Hausärzten

Hat zwar nichts mit dem Mindestlohn zu tun. Oder vielleicht doch. Also Heute im Bundestag meldet.

„Starnberg (Bayern) hat bundesweit den höchsten Versorgungsgrad an Hausärzten. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (17/6632) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/6414) hervor. Die Gemeinde habe einen Versorgungsgrad von mehr als 145 Prozent, wie aus Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hervorgeht. Dahinter folgten Freiburg im Breisgau (mehr als 140 Prozent) und Hagen (131 Prozent). Am anderen Ende der Skala sei der Saalekreis (Sachsen-Anhalt) Schlusslicht: Dort werde nur ein Versorgungsgrad von knapp 65 Prozent erreicht. Es folgten Dessau (78,8 Prozent) und die Uckermark (79,2). Die Bundesregierung merkt dazu an, die ‚Sicherstellung einer flächendeckenden und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung‘ sei ein zentrales gesundheitspolitisches Anliegen, dem angesichts der demographischen Entwicklung in Zukunft eine ‚zunehmende Bedeutung‘ zukommen werde. Mit dem geplanten Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversichrung würden die Voraus-setzungen geschaffen, damit die gemeinsame Selbstverwaltung die Bedarfsplanung ‚zielgerichtet weiterentwickeln‘ kann.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Dienstag 12. Juli 2011

Altersarmut bisher eine Randerscheinung

Bei dieser Meldung habe ich echt überlegt, in welche Rubrik gehört sie? Satire oder Politik?

Heute im Bundestag meldet am 11. Juni: „hib/CHE - Altersarmut ist für die Bundesregierung gegenwärtig kein verbreitetes Phänomen. Wer im Alter bedürftig sei, dem sichere die Grundsicherung im Alter den Lebensunterhalt, diese Grundsicherung sei zudem nicht mit Altersarmut gleichzusetzen. In ihrer Antwort (17/6317) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/3139) schreibt die Bundesregierung weiter, dass Ende 2009 rund 764.000 Menschen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten haben. Davon seien rund die Hälfte (400.000) im Rentenalter gewesen. Das entspricht einem Anteil von rund zwei Prozent an den über 65-Jährigen.

Die Regierung betont, dass es bisher keine seriösen Studien darüber gebe, ob die Altersarmut in den kommenden Jahren signifikant steigen werde. Dies hatten die Grünen in ihrer Anfrage unterstellt und der Bundesregierung vorgeworfen, das Thema nicht konsequent genug anzugehen. Die Regierung bekräftigte dagegen ihre Auffassung, wonach Altersarmut vor allem aus unterbrochenen Erwerbsbiografien resultiere und deshalb die Integration in den Arbeitsmarkt mit einer dauerhaften Erwerbstätigkeit und entsprechendem Einkommen erstes Ziel zur Vermeidung von Armut im Alter sein müsse.

Aus der Antwort geht weiter hervor, dass im Jahr 2009 rund 20 Prozent der Armutsgefährdeten über 65-Jährigen einen Migrationshintergrund hatten. Außerdem betreffe Frauen das Risiko der Altersarmut weit stärker als Männer. 61,5 Prozent der armen über 65-Jährigen im selben Jahr waren Frauen und 38,5 Prozent Männer. Auch der Unterschied nach schulischen Abschlüssen sei deutlich. 60 Prozent der Betroffenen besitzt einen Hauptschulabschluss, 1,4 Prozent die Fachhochschulreife.“

Fazit: Ein „Randthema“ wir mehr und mehr zum Ganzthema.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Dienstag 12. Juli 2011

Leben ohne Mindestlohn

Wir hatten den Mitgliedern des Bundestages unser Buch: „Leben ohne Mindestlohn - Arm wegen Arbeit Niedriglöhner, Leiharbeiter und ‚Aufstocker‘ erzählen“ angeboten. Ganz einfach: Per FAX-Rückantwort. Das haben natürlich nicht alle gemacht. Die MdBs müssen natürlich viel lesen. Das beschreibt der SPD-Abgeordnete Marc Bülow in einem lesenswerten Artikel „Demokratie im Schweinsgalopp“, Freitag, 30. Juni 2011.

Dort heißt es: „Am Montag, dem 6. Juni beschließt das Kabinett die Vorlage zu 14 Einzelgesetzen, die zu einem Gesamtpaket geschnürt werden. Mit den Anträgen der Opposition kommt es ohne die Last-Minute-Änderungsanträge zu mindestens 29 Abstimmungen. Damit liegen über 1.000 Seiten Gesetzesentwürfe und Stellungnahmen der Sachverständigen vor. Dazu mindestens genauso viele Seiten Hintergrundpapiere, Empfehlungen und Beurteilungen von Verbänden, Instituten und Interessensvertretern.“

Ist ne Menge Holz.

Und weiter schreibt Bülow: „Schon am gleichen Tag treffen die Regierungsfraktionen ihre Vorentscheidung. Der FDP-Abgeordnete Sebastian Körber twittert: ‚Habe gerade über 350 Seiten Papiere auf dem Schreibtisch zur Energiewende und dafür 1,5 Stunden Zeit bis zur Fraktionssitzung.‘

Ende des Zitats. Richtig gut ist allerdings dann noch die Unterzeile: „Kaum ein Abgeordneter durchschaut noch, was er beschließt – ein besonders krasses Beispiel ist der Atomausstieg“

Aber hier geht es ja um den gesetzlichen Mindestlohn. Um unser Buch. Nicht alle Abgeordnete haben das Buch also bei uns abgefragt. Aus zwei Briefen, die wir erhielten möchte ich zitieren:

Lars Klingbeil, SPD, schreibt: „Ich finde den Ansatz spannend persönliche Berichte von Betroffenen und wissenschaftliche Gutachten zu verbinden. So könnte es gelingen, die Schicksale und den handlungsbedarf zu verknüpfen. Ein allgemeiner Mindestlohn führt zu einer Wertschätzung von Arbeit.“ Die öffentliche Zustimmung zu einem Mindestlohn gebe es, politische Zustimmung sei daraus jedoch noch nicht geworden. Klingbeil schließt mit dem Angebot: „Lassen Sie uns auch in Zukunft gemeinsam für einen allgemeinen Mindestlohn streiten.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitnehmerguppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Matthias Zimmer, schreibt: „Persönlich bin ich einem Mindestlohn nicht abgeneigt. Er darf Gewerkschaften aber nicht von ihrer Verantwortung entbinden, für anständige Tarifabschlüsse zu streiten. Ein Mindetlohn kann daher meinem Verständnis nach nur ein nachgelagerter Mindestlohn sein, der die menscvhen in quasi gewerkschaftsfreien Branchen vor Lohndumping schützt.“

Der Abgeordnete Zimmer schließt mit der Bemerkung: „Ich wünsche mir, dass gewerkschaften auf die sinkenden Organisationsgrade die richtigen Antworten finden. Ansonsten sehe ich die gefahr, dass Sie künftig nur noch Beobachter dessen sein werde, was Sie in Ihrem Buch zu Dumpinglöhnen schreiben.“

Ja, machmal machen Schreiben auch Spaß.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 

Dienstag 10. Mai 2011

Buch für Ministerin Ursula von der Leyen und Maybritt Illner

Am 5. Mai gin es bei Maybritt Illner im ZDF um Arbeitnehmerfreizügigkeit. Mit dabei auch Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der NGG. Nach der Fernsehrsendung schenkte er der Arbeitsministerin und der Moderatorin das Buch „Leben ohne Mindestlohn – Arm wegen Arbeit“.

Zum Bestellschein

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...